CHRISTOPHBORNEWASSER

Diplom-Psychologe - Fotografie - Erwachsenenbildung - Märchenerzähler

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Große Steine in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein

Pöppendorf Hünengrab im Waldhusener Forst, Lübeck-Kücknitz, Schleswig-Holstein

Habe einige Tage Stein- und Hügelgräber in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gesucht und gefunden. Nach und nach werde ich sie unter Megalithen einstellen.


Streifen

Woher stammen die Bildstreifen, die hier immer wieder auftauchen. Ich habe sie urtümlich für den Header meiner vorherigen Webseiten angefertigt. Hier sind sie alle beieinander.

Giant's Causeway, Co. Antrim, Nordirland Giant's Causeway, Co. Antrim, Nordirland

Jungbulle an der White Park Bay, Co. Antrim, Nordirland Jungbulle an der White Park Bay, Co. Antrim, Nordirland Lies mehr…

Megalithen - Karlsteine bei Osnabrück-Haste

Eine alte Sage berichtet, dass hoch auf dem Piesberg, im Hone (Hain) nördlich von Osnabrück Haste, die alten Sachsen auf einem großen Altar Menschenopfer darbrachten. Karl der Große zog durch die Lande und wollte dem heidnischen Treiben ein Ende machen und die Sachsen zum Christentum bekehren. Der Sachsenfürst Widukind verlangte von ihm ein Zeichen, dass der neue Gott mächtig sei, mächtiger als die Götter der Sachsen. Da ging Karl hin und berührte mit seiner Reitgerte den Altar auf dem Piesberg. Die Altarplatte zerbrach und das Heiligtum war zerstört. Am Fuße des Berges errichtete man ein Kreuz und feierte die erste heilige Messe in dieser Region.

Karlsteine
Karlsteine

Betrachtet man die eindrucksvollen Deckplatten, so wirken diese wirklich so, als wären sie einst eine riesige Platte gewesen, die zerbrochen ist. Aber wahrscheinlich haben die Sachsen hier ihren Göttern keine Opfer dargebracht. Zumindest war es kein germanischer Altar. Es ist ein megalithisches Grab der Trichterbecherkultur, errichtet zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Als Karl der Große die Sachsen "bekehrte", d.h. mit Krieg überzog, am Ende besiegte und unter Zwang taufte, da waren diese Gräber schon stumme Zeugen einer vor Ewigkeiten versunkenen Kultur. Etwa so alt, wie aus heutiger Sicht die ägyptischen Pyramiden.

In der Region Osnabrück gibt eine gute Anzahl von Gräbern, einige direkt in der Stadt, einige abgelegen in Wäldern. Sie sind die sichtbaren Spuren der ältesten Bauwerk menschlicher Besiedlung in dieser Region, rund 5000 Jahre alt. Dafür werden sie recht stiefmütterlich behandelt. Viele sind überwuchert von Unkraut und mit Farbe verschmiert. In einem Gartencenter - gut einen Kilometer von den Karlsteinen entfernt - frage ich nach dem Weg und werde von einem zum nächsten verwiesen. Man ist zwar irritiert aber sehr hilfsbereit. Nein, ich meine nicht irgendein Kriegerdenkmal in der Stadt. Ein Hünengrab... Ein Großsteingrab... 5000 Jahre alt... Sehr imposant. Eine der Sehenswürdigkeiten von Osnabrück... Keine der anwesenden Verkäuferinnen und Verkäufer hat je von den Steinen gehört. Man spricht mehrere der Kunden an und fragt, ob sie davon was wüssten. Schließlich seien sie ja aus Haste. Nein! Eine Frau schließlich erinnert sich, dass da bei der Unterführung unter der Bundesstraße irgendwo ein Schild sei. Aber sie sei dort noch nie angehalten und in den Wald gegangen... Es ist knapp 1,3 km entfernt.

Sundermannsteine
Teufelssteine

Das Schild ist da und zeigt hinauf durch eine Art Hohlweg durch den Wald zum Grab. Man kann es von der Straße aus sehen - gewiss nicht im Vorbeifahren - aber wenn man anhält... Sprockhoff gab der Anlage die Nummer 909. 4 Decksteine liegen auf 13 Tragsteinen. Sie heißen auch Schluppstein, was heute leicht als Schlafstein(e) gedeutet wird. Schluppsteine gibt es in der Gegend um Osnabrück eine ganze Reihe. Der Name kommt aber wahrscheinlich nicht von Schlafen sondern eher von Schlüpfen, weil man unter die Steine schlüpfen konnte/kann. Etwas abseits liegt noch eine weitere Grabanlage im Waldboden versunken, die kleinen Karlsteine.

In Osnabrück startet (oder endet) die Straße der Megalithkultur, die mit 33 Stationen über 310 km ihren Weg nach Oldenburg nimmt. Die Karlsteine sind die Station 7. Auch der Hünenweg, ein Wanderweg, führt von Osnabrück aus über 208 km ins emsländische Papenburg, vorbei an einer guten Anzahl von Megalithgräbern, mit einem Abzweig von Haselünne nach Emmen in den Niederlanden. Wie schon an anderer Stelle berichtet, befinden sich die niederländischen Hünenbetten auf dem Honsruck von Emmen nach Groningen.


Von den Bischofsbrücker Teufelssteinen zu den Plingenberger Steinen 2016

Bischofsbrücker Teufelsteine

Ein Sonntagsspaziergang von den Bischofsbrücker Teufelsteinen durch Vrees zu den Plingenbergersteinen und zurück durch den Eleonorenwald. Durch die Fotobearbeitung auf Instagram und einige Videos auf Youtube animiert, experimentiere ich mal ein wenig mit Fotobearbeitung. Es nieselt immer wieder, aber in der Natur hat so viele Farben und Lichter, die leider ohne Bearbeitung sich im Grau verstecken.

Die Gräber liegen gut 4 bis 5 km von einander entfernt. Die Teufelssteine von Bishofsbrück sind eine Abstecher-Station auf der Straße der Megalithkultur von Osnabrück nach Oldenburg. Es liegt gut erhalten in der Marka-Niederung. Ein großer Steinkranz ist erkennbar. Jenseits der Marka beginnt der Eleonorenwald bzw. Herzogbusch. Auf der anderen Seite des Waldes am Langen Feld liegen die Plingenberger Steine. In der Gegend von Vrees waren noch eine ganze Menge mehr Gräber, wurden aber für den Kirchenbau in den 1890er Jahre zerstört. Die Plingenberger Steine sind eher unscheinbar, versteckt und zugewachsen am Waldrand. Der größte Teil der Grabanlage ist ebenfalls zerstört, nur drei Decksteine versunken im Waldboden übrig. Das Grab hat zwar eine kleine Infotafel aber kein Hinweisschild.

Plingenbergersteine


Herbst 2016 - Megalithen auf Instagram

Hünensteine im Herrensand bei Lindern, Niedersachsen
Hünensteine im Herrensand bei Lindern, Niedersachsen

Dwerschsonderling (vorne) und Auf dem Sonderling (hinten) bei Lastrup, Niedersachsen
Dwerschsonderling (vorne) und Auf dem Sonderling (hinten) bei Lastrup, Niedersachsen