CHRISTOPHBORNEWASSER

Diplom-Psychologe - Fotografie - Erwachsenenbildung - Märchenerzähler

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Spieglein, Spieglein an der Wand - 2012

Nun stellt sich wie beim Buch im Bücherregal die Frage:

Was spiegelt ein Spiegel, wenn gar niemand hinguckt?

Ich weiß es nicht...

Jedesmal wenn ich gucke, guckt ja jemand...

Gedanken aus meinem ehemaligen Joomla-Blog www.MONDHELD.de


Märchen & Seele 3 – Der unumgreifliche Elefant

Elefant

Kennt ihr die Geschichte von Buddha und den Weisen? Buddha wurde gebeten zwischen mit sich streitenden Weisen zu entscheiden, wer nun recht habe. Er erzählte daraufhin eine Geschichte: Da war ein großer König, der hatte viele Gelehrte, die jedoch alle blind waren. Und immer stritten sie über die wahre Natur der Dinge. Um sie endlich zum Frieden zu bringen ließ der König aus einem fernen Land einen Elefanten herbei schaffen und jeder der Weisen durfte ihn an einer anderen Stelle betasten. Kaum hatten sie das getan stritten sie wieder über die Natur des Elefanten. Die einen, die die Stoßzähne betastet hatten, beschrieben den Elefanten gänzlich anders als jene, die die Beine oder die Ohren betastet hatten. Und obgleich ihre Beschreibungen so verschieden waren, beschrieben sie nur ein und dasselbe Tier.

Ich denke, fast alle, die im Arbeitskreis saßen, haben diese Geschichte gekannt, viele erzählen sie sogar. Aber auf die Frage "Was ist die Seele?" beginnen sie wie die Blinden in der Geschichte zu streiten. Dabei hätten sie besser ihr Teil-Wissen zusammengeworfen. Sie hätten besser getan, die Aussagen der jeweilig anderen, aufzunehmen und sie in Gedanken an die eigenen anzuschließen. Anschlussmöglichkeiten suchen statt sich abzugrenzen... Und womöglich wäre ein ganzer Elefant dabei rumgekommen.

Ich weiß, es ist schwierig, eine jede Meinung neben der eigenen stehe zu lassen...

Bildquelle ist mir leider nicht mehr bekannt
Aus meinem alten Blog auf blog.de


Märchen & Moral

Märchen erzählen nicht von Gut und Böse, von Richtig oder Falsch. Sie erzählen von Mangel und Schritten dahinaus. Sie erzählen von Misslingen und Gelingen. Sie variieren die Suche nach Lösung und schauen, was geschieht. Es geht ihnen um Erfolg oder Misserfolg, Glück oder Unglück. Zuweilen ist das Glück unmoralisch. Doch das stört das Märchen nicht. In günstigeren Fällen deckt sich Glück und Moral – doch bedenke: es ist Deine Moral, Deine Sicht auf die Welt! Andere müssen sie nicht teilen. Dem Märchen ist es egal.

Aus meinem alten Blog auf blog.de


Märchen & Seele

Märchen bewegen uns.

Irgendwie sind sie Ausdruck von Seelenbewegungen und sie bewegen ihrerseits die Seele. Manchmal mehr, manchmal weniger. Manchmal ist es ein angenehmes Streicheln, manchmal ein leichtes Schubsen und Knuffen, manchmal schlagen sie uns vor den Kopf. Im Alltag ist es absolut normal und hinreichend, dass wir die Märchen lieben, die uns nett bewegen, und die Märchen nicht mögen, die uns irritieren und verstören.

Die Frage, die zuerst zu beantworten ist, ist also: Was will ich von den Märchen, von diesem bestimmten Märchen? Will ich gestreichelt werden oder suche ich Konfrontation mit Störendem.

Was wollen uns Märchen erzählen? Was wollen wir hören?

Aus meinem alten Blog auf blog.de


Märchen & Seele 2

Eins ist sicher: Jeder hat eine Seele, oder?

Eine große Runde. Mitten im Raum steht die Frage: Was ist die Seele? Antworten hallen als Echo aus allen möglichen Ecken der Runde wieder. So unterschiedlich und dissonant wie man sich nur vorstellen kann. Naiv, alltäglich, psychologisch, philosophisch, theologisch, spirituell, esoterisch… So widersprüchlich, sich widersprechend, sich gegenseitig verwerfend und kritisierend, sich bekämpfend… Doch eines haben sie alle gemeinsam: Alle sagen, dass sie eine Seele haben.

Dass sie eine Seele HABEN?

Haben? So wie man einen Kugelschreiber, ein Auto, ein Haus, einen Mann / eine Frau, Kinder, einen Job, braune oder blaue Augenfarbe, Haare (oder eben keine) auf dem Kopf hat Hat man einen Körper? Kann man einen Körper HABEN? Hat man eine Seele? Kann man eine Seele HABEN? Ich bin… Ich bin ich. Ich bin ein Körper und ich bin eine Seele.

HABEN oder SEIN?

Ist das nur der Widerspruch zwischen Materialismus und Idealismus – auf den es ein Diskussionsteilnehmer verkürzen will? Ist das bloß eine belanglose Verdrehung und Ablenkung? Ist das bloß ein Ausweichen vor den eigentlich wichtigen Fragen? Oder ist es der Kernpunkt einer Psychologie des Menschen?

Aus meinem alten Blog auf blog.de