CHRISTOPHBORNEWASSER

Diplom-Psychologe - Fotografie - Erwachsenenbildung - Märchenerzähler

Baurnadomeeny - Dermot and Grainna’s Bed - 1982

Baurnadomeeny - Dermot and Grainna’s Bed - Kammer 1982 lebte ich noch im Rheinland, weit weg von Hünen- und Großsteingräbern. Mit meinen Eltern fuhr ich nach Irland in Urlaub und, weil ich es liebte und liebe, Karten zu studieren und Orte zu finden, die etwas besonderes haben, fand wir einige stehenden Steine und ein sogenanntes Wedge Grave nahe unserem Quartier im County Tipperary: Baurnadomeeny.
Damals wusste ich nicht viel über diese Gräber. Nur das Bisschen, was im Reiseführer stand: Es gibt sie überall in Irland und sie stammen aus der Steinzeit. Seit dieser Zeit faszinieren mich diese Gräber und ich suche sie allenthalben, wo immer ich bin, wenn immer eines in meiner Nähe ist. Ich weiß bis heute nicht so genau, warum… Aber ich finde es spannend. Oft hat es etwas von Geocaching an sich.
Ein Wedge Grave ist eine für Irland typische Baumform für Steingräber. Es ist Keil- d.h. Trapezförmig aus der Draufsicht und hat seinen Eingang an der breiteren Seite des Trapezes, ohne einen Gang. Der Eingang war wahrscheinlich offen oder nur zeitweilig verschlossen.
Dieses Grab ist zudem - wie viele andere megalithische Bauwerke und besondere Orte in Irland - mit der Sage um Diarmuid und Gráinne verbunden, einer altirischen Liebesgeschichte, die an Tristan und Isolde erinnert. Es gibt viele Varianten der Sage.
Baurnadomeeny - Dermot and Grainna’s Bed

Gráinne war die Tochter des Hochkönigs Cormac mac Airt und sollte mit Fionn mac Cumhaill verheiratet werden, einem großen Krieger und Anführer dieser frühen Zeit, der allerdings schon älter als ihr eigener Vater war. Diarmuid Ua Duibhne war einer von Fionns besten Kämpfer, ein schöner Jüngling mit einem Liebesfleck auf der Stirn.
Gráinne verliebte sich in den jungen Krieger, der aber zunächst aus Treue zu seinem Anführer ihre Liebe zurückweist. Doch sie zwingt ihn durch einen Geis, einen Zauber, dessen Verletzung zum Tode führt. So flieht er mit ihr und sie übernachten an vielen verschiedenen Orten, überall in Irland. Viele Orte heißen entsprechend Diarmuids und Gráinnes Bett, weil sie dort eine Nacht blieben, während Fionn und seine Leute sie verfolgten. Am Ende vermittelt der Ziehvater von Diarmuid, Aengus Og, Frieden zwischen den Dreien.
Doch Fionn lädt zu einer Jagd auf einen Eber und Diarmuid nimmt daran teil, obwohl es geweissagt ist, dass er durch einen Eber zu Tode kommen werde. Er wird tödlich verletzt. Fionn hätte die Möglichkeit ihn zu retten, zögert aber, so dass am Ende Diarmuid stirbt.
Nach den verschiedenen Erzählungen ist Gráinnes weiteres Schicksal sehr unterschiedlich. Mal heiratet sie am Ende versöhnt Fionn, mal stirbt sie vor Kummer und wird vom Ziehvater Diarmuids nach Brú na Bóinne, Newgrange, gebracht, mal schwört sie Rache und erzieht ihre Söhne dazu, Fionn zu töten.