CHRISTOPHBORNEWASSER

Diplom-Psychologe - Fotografie - Erwachsenenbildung - Märchenerzähler

Willkommen beim Mondhelden


Seht Ihr in meinen leeren Händen
goldene Äpfel,
seht Ihr sie?
Achtet auf, ich werfe sie Euch zu...

Elsa Sophia von Kamphoevener An den Nachtfeuern der Karawan-Serail


Märchen und Mythen sind goldene Äpfel in leeren Händen: unsichtbar, unbegreiflich und doch so wertvoll. Sie befinden sich irgendwo zwischen ewiger Wahrheit und schöner Lüge, zwischen wirklicher Lebenserfahrung und schillernder Phantasie. Es sind Geschichten, die so niemals irgendwo irgendjemand auf dieser Erde passiert sind und sich doch tagtäglich in unser aller Leben ereignen. Sie erzählen von den Verstrickungen des Lebens. Sie erzählen von Mensch in Not, Armut, Krankheit und Mangel, Verlorenheit und Einsamkeit, Verwünschung und Gefangenschaft. Aber in all diesem Leid erzählen sie vom Aufbruch, von Wegen und Irrwegen, von neuer Verstrickung und von Anders-Werden und Verwandlung. Und sie erzählen vor allem von glücklichen Wendungen, von Entwicklung und Selbstfindung. Am Ende steht meistens Glück, Königtum, Reichtum und Hoch-Zeit.


Märchen: das uns unmögliche Begebenheiten
unter möglichen oder unmöglichen Bedingungen
als möglich darstellt.

Johann Wolfgang von Goethe Maxime und Reflexionen - 935


Seit vielen, vielen Jahren liebe ich Märchen und lebe mit ihnen. Am Anfang habe ich - ein Kind meiner Zeit - versucht, sie zu begreifen. Doch irgendwann merkte ich, dass jede Märchendeutung eigentlich nur eine andere Art ist, Märchen neu zu erzählen. Meist viel umfangreicher als das Märchen selbst, ohne dabei wirklich mehr zu erzählen - im Gegenteil! Unterfüttert mit Theorien und überfrachtet mit Fachwörtern bläht sich ein klitzekleiner Teil des Märchens auf. Doch immer bleibt ein »Rest«. Und dieser Rest ist in Wahrheit unendlich groß. Darum habe ich angefangen - neben meinen Versuchen Märchen zu deuten - Märchen zu erzählen.

Urtümlich wurden Märchen ja sowieso erzählt. Sie gingen von Mund zu Ohr. Sie wurden nicht in Büchern sondern im Gedächtnis verwahrt und jedes Mal, wenn sie wieder erzählt wurden, wurden sie in gewisser Weise neu erfunden. Das, was über Generationen von Erzählern und Zuhörern nicht vergessen ging, war und ist einfach Teil der menschlichen Wahrheit! Diese Wahrheit begreifen zu wollen, ist die eine Sache. Diese Wahrheit weiterzugeben, damit sie auch künftige Generationen fruchtbar wird, ist die andere Sache, die mir am Herzen liegt.


In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat,
lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön,
dass die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte,
sooft sie ihr ins Gesicht schien. ...

Brüder Grimm - Kinder- und Hausmärchen Der Froschkönig (KHM 1)


Diese Seite nun erzählt von Märchen, Mythen und Sagen. Sie berichten von meinen Ringen mit ihrer Bedeutungen. Dabei berichten sie vor allem vom Mondhelden, einem Geschichtenmuster, welches ich vor über 10 Jahren entdeckt habe und seither erforsche. Sie kann und will dabei nicht vollständig sein: Sie bleibt Andeutung und Anregung - soll Lust machen auf mehr.

Aber auch anderes kommt zur Sprache: Diese Seite erzählt von einigen der Geschichten, die meine Gedanken angestoßen haben. Sie erzählt von dem was mich fasziniert hat. Sie erzählen von meiner Art, mit Märchen umzugehen, und auch damit von mir, als Märchenforscher und Märchenerzähler. Und einige »meiner« Märchen werden sich hier finden.

Natürlich ist diese Seite ein Projekt im Werden. Längst nicht alles ist fertig, einiges schon wieder veraltet, vieles schon wieder im Umbruch. Das meiste köchelt noch auf dem Herd. Nichts ist endgültig. Aber vielleicht liest es jemand, entdeckt etwas darin oder will mit mir darüber ins Gespräch kommen...